Viele Freelancer setzen ihren Stundensatz nach Gefühl, oder orientieren sich daran, was andere verlangen. Das Problem: Ein Stundensatz, der nicht zu deiner persönlichen Kostensituation und deiner gewünschten Work-Life-Balance passt, kann dich auf Dauer in die Falle führen. Entweder du arbeitest zu viel für zu wenig, oder du verlangst zu wenig und merkst es erst am Jahresende.
Dieser Rechner dreht die Frage um: Nicht „Was verdiene ich bei Stundensatz X?“, sondern „Welchen Stundensatz benötige ich, um so zu leben und zu arbeiten, wie ich es möchte?“
So funktioniert der Rechner
Zuerst gibst du an, welchen monatlichen Gewinn du erzielen möchtest: also das, was nach Betriebskosten und Versicherungen, aber vor Einkommensteuer übrig bleibt. Dazu kommen deine fixen Kosten als Selbstständiger: Betriebsausgaben wie Software und Hardware, deine Krankenversicherung, deine Altersvorsorge und eine Steuerrücklage.
Im zweiten Schritt legst du deine Work-Life-Balance fest: Wie viele Tage pro Woche möchtest du arbeiten? Wie viele Stunden davon sind wirklich fakturierbar, also direkt für Kunden abrechenbar, ohne Akquise, Buchhaltung und E-Mails? Und wie viele Urlaubstage gönnst du dir pro Jahr?
Aus diesen Angaben berechnet der Rechner, wie viele fakturierbare Stunden dir pro Jahr tatsächlich zur Verfügung stehen und welchen Stundensatz du mindestens benötigst, um alle Kosten zu decken und deinen Wunschgewinn zu erreichen. Der empfohlene Stundensatz legt zusätzlich einen Puffer obendrauf, der dir Spielraum für Verhandlungen, Ausfälle und ruhigere Monate gibt.
Warum fakturierbare Stunden so wichtig sind
Als Freelancer wird nicht jede Arbeitsstunde bezahlt. Akquise, Angebote schreiben, Buchhaltung, Weiterbildung, Kundenkommunikation: All das kostet Zeit, ohne direkt Geld einzubringen. Realistisch sind je nach Branche und Erfahrung 60 bis 75 Prozent der Arbeitszeit tatsächlich fakturierbar. Wer das nicht einkalkuliert, unterschätzt seinen Stundensatz systematisch.
Was der Rechner nicht ersetzt
Der Rechner liefert eine fundierte Orientierung, aber keine Steuerberatung. Die tatsächliche Einkommensteuer hängt von vielen individuellen Faktoren ab, wie etwa dem Familienstand, Sonderausgaben und weiteren Einkünften. Die Steuerrücklage im Rechner ist ein pauschaler Puffer; für eine genaue Planung empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Steuerberater.




